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„Die kontinuierliche Verbesserung unserer Produkte ist eine unendliche Geschichte“

Entwicklungschef Dr.-Ing. Alexander Varga in der MicroStep-Zentrale in Bratislava

„Die kontinuierliche Verbesserung unserer Produkte ist eine unendliche Geschichte“

Dr.-Ing. Alexander Varga, CEO und verantwortlich für den Bereich Forschung & Entwicklung von MicroStep über 25 Jahre Firmengeschichte, Wendepunkte, Innovationsprozesse und Ziele

Publiziert 21.12.2017 | Erich Wörishofer

Vor mehr als einem Vierteljahrhundert startete MicroStep seine Erfolgsgeschichte. Aus vielen Ideen und unbändigem Tatendrang ambitionierter Akademiker der technischen Universität Bratislava wurde ein weltweit agierendes Unternehmen, welches heute zu den führenden Herstellern CNC-gesteuerter Schneidanlagen zählt. Damals wie heute prägend für MicroStep: Dr.-Ing. Alexander Varga, CEO und verantwortlich für den Bereich Forschung & Entwicklung der Unternehmensgruppe. Ein Gespräch über 25 Jahre Firmengeschichte, Wendepunkte, Innovationsprozesse und Ziele.

 

Herr Varga, wenn Sie sich erneut entscheiden sollten, würden Sie wieder die „behagliche“ Stelle eines Lehrstuhls an der Universität mit dem nervenaufreibenden unternehmerischen Umfeld eintauschen?

Dr.-Ing. Alexander Varga: Als wir 1991 mit den Kollegen unsere Gesellschaft MicroStep, spol. s r.o. gegründet haben, waren wir am Lehrstuhl für Automatisierung an der Elektrotechnischen Fakultät der slowakischen technischen Hochschule in Bratislava (heute FEI STU) beschäftigt. Mit Leib und Seele waren wir damals Forscher und hatten den Vorsatz, das gleich auch im Rahmen einer Firma zu tun.

Dies ist uns auch gelungen. Wir wurden mit interessanten Entwicklungsaufgaben konfrontiert, mit denen wir als Hochschulmitarbeiter nie beschäftigt worden wären. Wir haben aber keine ruhige Tätigkeit gesucht, sondern alle aufkommenden Probleme als eine selbstverständliche Folge unserer Entscheidung betrachtet. Wir haben Lösungen für unterschiedliche technische Aufgaben gefunden, aber auch die Entwicklung des unternehmerischen Umfelds seit 1991 mitgestaltet. Kontinuierlich haben wir dazu gelernt. Anfangs wussten wir nicht, wie dieses Umfeld aussehen sollte. Die alleinige Tatsache, unsere eigene Firma aufzubauen, hat uns fasziniert.

Wussten Sie denn, womit Sie konfrontiert werden, was in 5, 10, 15... Jahren auf Sie zukommen würde?

Varga: Natürlich hatten wir Vorstellungen darüber, was wir tun wollten, aber worin wir da geraten waren und was in zehn Jahren auf uns zukommen würde, das konnten wir uns nicht einmal in den kühnsten Träumen vorstellen. Wir wollten ganz einfach Automatisierungsanlagen herstellen, eine Spezialisierung, der wir uns schon auf dem Lehrstuhl gewidmet hatten, wir wollten Anwendungen entwickeln und uns dadurch ernähren. 
Es gab sicher enttäuschende Momente. Die musste es einfach geben, denn nicht alles, was wir gemacht haben, ist uns auch gelungen. Wir haben auch Misserfolge erlebt. Die wurden dann aber von Erfolgen überdeckt, von denen es zum Glück wesentlich mehr gab. So waren wir zum Weitermachen motiviert.

Dr.-Ing. Alexander Varga, CEO und Entwicklungschef der MicroStep Group

„Mich beruhigt es über technische Lösungen nachzudenken“

Wie gehen Sie gegen Stress vor, was fühlen Sie als Entwicklungschef bei neuen Herausforderungen?

Varga: Am meisten beruhigt mich das Nachdenken über technische Lösungen, die Suche nach neuen Wegen in dem Bereich, dem wir uns gerade widmen. Darüber denke ich zum Beispiel auch dann nach, wenn ich Obstbäume beschneide. Ich löse dafür ungern Organisationsprobleme.

Die Firma gehört zur Weltspitze im Bereich der Entwicklung und Herstellung von CNC-Schneidanlagen. Sie entwickeln aber nicht nur Maschinen, sondern auch Softwarelösungen und bringen regemäßig neue Innovationen auf den Markt. Wer ist der Visionär in der Firma, wie wird etwas Neues geboren?

Varga: Forschung und Entwicklung sind ein kontinuierlicher Prozess. Ohne sie hätten wir die heutige Marktposition nicht erreichen können. Eine Gruppe von hochqualifizierten Mitarbeitern widmet sich heute in unserer Firma der Entwicklung. Wir arbeiten auch mit Universitäten zusammen und einige unsere Mitarbeiter promovieren. Wir beschäftigen auch viele Studenten, die bei uns an ihrer Diplomarbeit arbeiten – die besten von ihnen stellen wir dann nach ihrem Studium ein. Von den Kunden kommen ständig mehr und mehr interessante Aufgaben, die neue Entwicklungen verlangen. Wir bemühen uns auch, unseren Kunden Lösungen anzubieten, bei denen wir Perspektiven sehen. Wir wollen Lösungen vermeiden, die mit unseren Visionen nicht korrespondieren. Unsere Ziele sind gut durchdachte und funktionierte Schneidzentren mit einem hohen Grad an Automatisierung. Die kontinuierliche Verbesserung unserer Produkte ist eine unendliche Geschichte.  

Man kann nicht sagen, dass dies die Arbeit eines Visionärs ist, dazu legen viel zu viele ihr Holz ins Feuer. Eine komplexe Vision entsteht schrittweise und wird ununterbrochen zu Ende gebracht, verbessert. Wir sehen ein Problem heute anders als gestern, obgleich auch die gestrige Sicht gar nicht so schlecht gewesen war. Immer, wenn wir etwas zu Ende bringen (Liefertermine zwingen uns dazu), wissen wir auch, was wir anders machen könnten, damit die Lösung noch besser wird. Wenn eine solche Aufgabe erneut auftaucht, hilft uns das, was wir gelernt haben.

Haben Sie je gezählt, wie viele neue Maschinen, Innovationen Sie in diesen 25 Jahren auf den Markt gebracht haben?

Varga: In den 25 Jahren unseres Bestehens haben wir rund 2500 CNC-Maschinen in mehr als 50 Länder geliefert. Auch die ältesten sind fast alle noch in Betrieb. Die Maschinen wurden dann allmählich weiterentwickelt und von der heutigen Produktion sind beinahe 30 Prozent individuell auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kunden zugeschnitten.

"Wesentlicher Beitrag": Fasenschneiden mit verschiedenen Schneidtechnologien an Blech, Rohr, Profil und Behälterboden

Welches würden Sie als Ihr TOP-Produkt bezeichnen?

Varga: Die Verbesserung des Fasenschneidens erachte ich als wesentlichen Beitrag unserer Firma zur Entwicklung der CNC-Schneidtechnologie (Plasma, Autogen, Laser, Wasserstrahl). Es handelt sich um die Fertigung von Teilen mit Schneidekonturen des Typs V, Y, X und K, die für die anschließenden Schweißprozesse notwendig sind. In diesem Bereich besitzen wir auch europäische Patente. Es geht dabei nicht nur um das Schneiden von Blechen, sondern auch um 3D-Formationen, wie Deckel auf Druckgefäßen, Rohre und Profile mit verschiedenen Querschnitten. Eine weitere Entwicklung ist die Kombination von mehreren Technologien auf einer Schneidanlage. Es geht um zusätzliche Technologien wie Bohren, Gewindeschneiden, Beschriftung, aber auch die Kombination von eigentlichen Schneidtechnologien, die bei der Fertigung eines Teils notwendig sind. Ein Teil des Objekts wird mit der einen Technologie und ein Teil mit einer anderen geschnitten. Wir haben schon viele interessante Anlagen geliefert.

 

Ihr Businessbereich umfasst ganz Europa, aber auch Asien, Afrika und Amerika. Welcher Markt hat die meisten Perspektiven? Wo haben Sie zuletzt Fuß gefasst?

Varga: Unsere weltweiten Vertretungen sind schrittweise entstanden. Wir haben uns regelmäßig an den wichtigsten Fachmessen für den Bereich Schneiden und Schweißen beteiligt. Jedes zweite Jahr gibt es in Deutschland die Messe  EUROBLECH in Hannover und in jedem vierten Jahr findet die Schweissen & Schneiden in Essen statt. Auf diesen Fachmessen suchen Kunden eine geeignete Maschine für ihren Produktionsprozess. Aber noch wichtiger sind die Händler aus verschiedenen Ländern, die sich mit dem Verkauf von Technologie in ihrem Land beschäftigen. Sie suchen hier nach potenziellen Herstellern, deren Erzeugnisse sie verkaufen können.
Diese potenziellen Verkäufer haben uns nach und nach angesprochen. Wir haben Beziehungen zu ihnen aufgebaut, damit sie unsere Produkte verkaufen bzw. bei komplexeren Anfragen die Kunden zu uns bringen. Diese Verkäufer haben dann unsere Teilnahme an Messen in ihren Ländern organisiert. Ein Kontakt mit potenziellen Kunden bzw. mit dem Verkäufer entsteht natürlich auch auf andere Weise, so zum Beispiel, wenn uns jemand empfiehlt. Jeder Markt ist auf seine bestimmte Art spezifisch. Der örtliche Verkäufer kennt die Verhältnisse in seinem Land am besten. Die Bedürfnisse der Kunden sind aber nicht vom jeweiligen Ort abhängig, sondern eher von ihren finanziellen Möglichkeiten. 

Mitarbeiter können mit der Kreation von komplexen Anlagen fachlich wachsen

Sie werden zu Hause und weltweit gelobt. Sie waren sogar ein Finalist beim weltweiten Wettbewerb EY Unternehmer des Jahres 2015. Erzählen Sie, wie war das im Rückblick?

Varga: Gemeinsam mit meiner Kollegin Ing. Eva Stejskalová (CFO) haben wir die Auszeichnung „Unternehmer des Jahres 2015“ in der Slowakei erhalten. Danach haben wir auch an dem weltweiten Finale in Monaco teilgenommen. Das war eine großartige Veranstaltung. Durch sie konnten wir uns mit erfolgreichen Unternehmern aus der ganzen Welt treffen und ihre Geschichte kennenlernen. Mit dieser Auszeichnung wurde das ganze Team unserer Firma geehrt.

Auch wenn es um Maschinen geht, die Entwicklung, der Verkauf – alles hängt von Menschen ab. Wie haben Sie die richtige Medizin dafür „gemischt“, damit sich Ihre Mitarbeiter der Firmenphilosophie verschrieben haben?

Varga: Die Mitarbeiter werden auch durch interessante Arbeit motiviert. Sie haben die Möglichkeit komplexe Anlagen zu kreieren und dadurch auch fachlich zu wachsen. Mit unseren Produkten reisen viele durch die Welt, beteiligen sich an der Montage von Maschinen, den Schulungen des Bedienungspersonals, und sie haben die Möglichkeit, die gelieferte Technologie in Betrieb zu setzen. Wir produzieren Hightech-Produkte und suchen Menschen, die dies zusammen mit uns machen wollen.

„Es macht mir noch immer Spaß technische Lösungen zu finden, die unsere Kunden schätzen“

Mehr als ein Vierteljahrhundert im Geschäft ist doch genug. Macht es Ihnen noch immer Spaß?

Varga: Das Interessanteste an unserer Arbeit ist, dass sie uns stets vor neue Herausforderungen stellt. Es macht mir Spaß nach neuen technischen Lösungen zu suchen, mich an der Entwicklung zu beteiligen und Lösungen zu finden, die unsere Kunden schätzen.

Herr Dr. Varga, wir bedanken uns für das Gespräch. Danke, dass Sie sich so viel Zeit genommen haben.

Varga: Vielen Dank. Ich wünsche an dieser Stelle allen Partnern, Kunden und Mitarbeitern von MicroStep gesegnete Weihnachten, eine schöne Zeit im Kreise ihrer Familie und viele fruchtbare Ideen und Erfolge im kommenden Jahr.

"Ich wünsche an dieser Stelle allen Partnern, Kunden und Mitarbeitern von MicroStep gesegnete Weihnachten,
eine schöne Zeit im Kreise ihrer Familie und viele fruchtbare Ideen und Erfolge im kommenden Jahr."

 

Dr.-Ing. Alexander Varga

CEO und Entwicklungschef MicroStep spol. s r.o.

 

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